Theater

Als ich dem Gymnasium beigetreten bin, war mein erster Anlauf die Theater-AG. Und auch erst einmal mein Letzter, denn nach der ersten Stunde bin ich nie wieder dahin gegangen. Die Ursachen sind mir bis heute unklar, es kann an Berührungsängsten oder fehlendem Mut gelegen haben, vielleicht war es aber damals schon die fehlender Disziplin, die mir damals schon auf die Leber gedrückt hat.

Zu meiner Schule ist folgendes zu sagen:

Das Goethe-Gymnasium ist ein Pionier des Schultheaters, seit jeher. Jedes Jahr gibt es immer einen gewissen Prozentsatz von Abiturienten, die sich nach der Schule als Schauspieler oder angehende Regisseure versuchen wollen, alleine dadurch, das sie so Spaß in ihrer Spielzeit hatten, dass sie damit ihren Lebensunterhalt verdienen wollen. Das liegt vorallem an den ganzen Lehrern, die dort freiwillige Arbeit leisten, aber auch an ehemaligen Schülern, die weiterhin immer wieder mithelfen, ohne dafür Gegenleistungen zu verlangen, sowie an der Möglichkeit Theater als Schulfach zu nehmen.
Mein größter Respekt geht dabei an folgende Personen:

Michael Stieleke:

Dieser Mann macht seit 30 Jahren das Schultheater in Düsseldorf. Er gab sich in seiner Zeit am Goethe-Gymnasium immer zu 100% der Theater-AG hin und schuf nebenbei noch die Maskerade (und damit auch das Maulhelden-Festival).Und zu guter letzt hat er es auch geschafft mich für das Theater zu begeistern und mir damit eine Welt eröffnet hat, die ich bis dato noch nicht kannte.

Sinje Sybert und Nele Seißer:

Die Beiden versuchen nun das Vermächtnis von Herrn Stieleke zu übernehmen, ohne sich dabei zu übernehmen. Das Ergebnis war die Maskerade 2015, die meiner Meinung nach ein voller Erfolg war. Ich hoffe, dass das Angebot „Theater am Goethe“ in den nächsten Jahren immer weiter an Beachtung gewinnt.

Stefan Heitz:

Einer der vielen Ehemaligen, die immer wieder zurück in die alten Hallen der Schule kommen, um dort freiwillige Arbeit zu leisten. Doch Stefan ist einer der Menschen, die wirklich immer da sind, wenn der Schuh drückt. Das ganze reicht von Festivalorganisation bis Lichtkonzeption. Stefan beklagt sich nicht, ist immer freundlich und hilft wo er kann. Er ist wahrscheinlich einer der Gründe, warum viele Dinge am Goethe so laufen können, wie sie es gerade tun.

Doch wie bin ich nun ans Theater(spielen) gekommen?

Durch eine unglaubliche Anzahl von Zufällen, die ich heute gar nicht mehr aufzählen kann. Irgendwann meinte meine Stufenkoordination, dass ich, wenn ich ein Abitur haben möchte, den Projektkurs Theater nehmen möchte, um genug Gesamtstunden zu sammeln. Damals war ich nicht so begeistert freie Nachmittage mit Kultur und Theorie anstatt mit dem PC oder meinen Freunden zu verbringen. Doch komischerweise hat das mein Leben komplett über den Haufen geworfen. Aus einer Qual entwickelte sich nämlich ganz schnell eine Begeisterung, nachdem sich die ersten Gedanken für unser Stück bildeten. Schnell lernte ich neue Leute kennen, mehr Selbstvertrauen und Präsenz aufzubauen und den Mut zu finden, Dinge zu tun, die ich mich sonst nicht getraut hätte. Nach der Premiere kam dann die bitte Fotos und Videos für die AG zu machen. Dann kamen die Schultheatertage am FFT, die Bewerbung für ein Praktikum dort, die Bitte von der TheaterAG einen Spieler zu ersetzen, der die Gruppe verlassen hatte. Dann die Mithilfe bei dem Maulhelden-Festival und der Anfang eines halbjährigen Praktikums im „Forum Freies Theater Düsseldorf“. Ich habe dort unglaublich viel gelernt und als Ehemaliger weiter bei der TheaterAG mitgespielt.

Heute bin ich glücklich über den Weg, der mir damals mehr oder weniger aufgezwungen wurde und ich freue mich immer wieder, wenn ich irgendwo mithelfen kann oder sogar selbst nochmal auf der Bühne stehen darf.

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